8. CO2 -Bilanz

 

Allerorten wird heutzutage mit dem Modewort "CO2-Bilanz" argumentiert, wenn es um stromsparende elektronische Geräte geht. Gemeint ist der Emissions-Fußabdruck eines Produkts. Dieser zeigt an, wie viel Treibhausgase zum Beispiel mein neuer Staubsauger erwartungsgemäß durch seine Nutzung verursachen wird. Nun ist ein Staubsauger, der mit bedeutend weniger Strom auskommt, als das Vorgängermodell, an sich eine tolle Sache. Wenn er aber kaum eine Fluse fängt, geschweige denn eine dicke Fussel vertilgen möchte, ist er dann noch praktikabel? Um diesem Leistungsproblem Herr zu werden wird mittlerweile auf so wichtige Komponenten wie Filterbeutel gänzlich verzichtet. Und das verträgt nicht jeder. Ebenso verhält es sich auch mit unseren Leuchtmitteln.

 

Vor einer Weile war ich in einem großen Supermarkt auf der Suche nach Kokosmilch. Im Regal standen zwei Sorten der Hausmarke zur Wahl. Auf dem Etikett der einen Sorte war in dicken Buchstaben "fettreduziert" zu lesen. Diese kostete 20 Cent mehr als die zweite Sorte. Beim Vergleich der Zutatenliste fand ich dann heraus, dass die teurere "fettreduzierte" Kokosmilch in Wahrheit um 15 Prozent kokosreduziert war und dieser Anteil einfach durch Wasser ersetzt wurde. Ein Vergleich mehrerer produktspezifischer Werte kann für die Kaufentscheidung also durchaus sinnvoll sein. So auch bei Leuchtmitteln. Erst eine Berücksichtigung aller Kriterien im Lebenszyklus eines Produkts erlaubt eine tatsächliche Aussage über dessen Effizienz und Rentabilität. Statt beliebige Einzel-Merkmale zum Maßstab der Wirtschaftlichkeit zu erheben, sollte vielmehr der Gesamtenergieaufwand durch alle Prozessschritte und Aktivitäten hindurch nachvollziehbar benannt werden.

 

Als Verbraucher ist mir Klarheit über ein Produkt wichtig, um meine Kaufentscheidung bewusst und meinen Bedürfnissen entsprechend treffen zu können. Ob nun eine herkömmliche LED wirklich sparsamer ist als eine Glühbirne, lässt sich für mich anhand einer unvollständigen Co2-Betrachtung nicht schlüssig nachvollziehen. Herstellerangaben allein genügen da nicht. Denn der Verbrauch von Betriebsstrom ist nur eines von vielen Kriterien. Bei Synthetischen Leuchtmitteln, wie den LED’s, sollten aber auch die energieintensive Erzeugung, der Verlust der Leuchtkraft, die aufwendige Entsorgung oder sogar Endlagerung sowie die Beseitigung von Umweltschäden Berücksichtigung finden. Daneben ist die medizinische und therapeutische Behandlung gesundheitlicher Folgen für Produzenten und Verbraucher einzubeziehen. Ebenso bedeuten vorbeugende Schutzmaßnahmen wie Filterbrillen und Scheibenfolien einen zusätzlichen Energieaufwand. Und nicht zuletzt verlangt die eingeschränkte Seheignung an sich nach kompensatorischen Alternativen, wie etwa durch Glühlampen.

 

 

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9. Die Glühbirne

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